Vor dem Hintergrund eines Medizinstudiums und der
Ausbildung zum Facharzt für Anatomie hat der Maler und Bildhauer
Manfred Zoller
seit 1985 dieses Lehrfach entwickelt.
Es werden darin Wege aufgezeigt, die jedem Interessierten einen
persönlichen Zugang zur Anatomie ermöglichen. Die Studenten
werden mit den Gesetzmäßigkeiten des Faches so vertraut
gemacht, dass ihre künstlerische Arbeit angeregt wird. Durch
eine von der künstlerischen Tätigkeit geprägte
Betrachtung der Medizin und praktische Übungen ergeben sich
Studienformen, die elementare Zusammenhänge zwischen Wissenschaft
und bildender Kunst sichtbar machen. Die Anatomie wird dabei bewusst
in einem universalen wissenschaftlichen Raum behandelt. Der menschliche
Körper in seiner natürlichen Veränderung von der
embryonalen Entwicklung bis zum Greis ist dafür ein anschauliches
Thema.
Die praktische Seite des Unterrichtes besteht neben dem Zeichnen
und Modellieren in der Entwicklung und Gestaltung anatomischer
Themen zu den Anschauungsmodellen. Diese bildhaften Objekte stehen
nicht nur für den Lernprozess. Sie sind selbst Lehrmittel,
ästhetische Gestaltung und zeigen damit auch die konkrete
Verbindung zwischen Anatomie und bildender Kunst.
Theoretische Grundlagen für anthropologische Fragen sind
neben dem Lehrbuch „Gestalt und Anatomie“ von Manfred
Zoller
„Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt“
von
Arnold Gehlen und
„Versuch über den Menschen“ von Ernst Cassirer.
Die Anatomie und die Gestalt des Menschen erfahren damit eine anschauliche
Erweiterung in anthropologische und kulturphilosophische Bereiche hinein.